Kristallisation von teilkristallinen Kunststoffen
Im Rahmen dieses langjährigen Forschungsschwerpunktes wurden Nukleationserscheinungen sowohl an äußeren und inneren Grenzflächen ("Transkristallinität") als auch durch zugesetzte Nukleierungsmittel untersucht. Ausgehend von grundlagenorientierten Forschungsprojekten zur Strukturbildung in Polymersystemen werden verstärkt anwendungsrelevante Fragestellungen unter prozessnahen Bedingungen bearbeitet, z.B. verarbeitungsbedingte Morphologieänderungen in Polymerblends bei der Extrusion, das Wechselwirkung von Nukleierung und Transparenz von teilkristallinen Polymeren sowie die Nukleationswirkung von Nanomaterialien.
In der Vergangenheit wurde ein umfassendes Know-how für die teilkristalline Erstarrung aufgebaut. So lassen sich beispielsweise durch gezielt Kristallisation an Oberflächen transkristalline Schichten erzeugen, die die Permeations- und Diffusionseigenschaften gegenüber Flüssigkeiten und Gasen steuern. Solche transkristallinen Schichten treten auch an inneren Grenzschichten, z.B. zu Füllstoffen, auf und können zu markanten Änderungen der Anwendungseigenschaften im Vergleich zu ungefüllten Kunststoffen führen.
Eine verstärkte Kompetenz wird auf Untersuchungen zum Einfluss der Prozessbedingungen auf die Kristallisation aufgebaut. Hierbei werden auch in-line Messverfahren (Lichtstreuung und Spektroskopie) verstärkt verwendet.

